Eltern empfinden oft ein Unverständnis gegenüber ihren Kindern bezüglich der Zeit. Denn ihre Tage sind meist streng durchgeplant und ein Kind kann diesen Plan schnell durcheinanderbringen.

Kinder haben keine Vorstellung von Zeit

Kinder müssen das Gefühl für Zeit erst noch lernen. Die Psychologie-Professorin Elfriede Billmann-Mahecha bestätigt dies: „Kinder denken nicht in der Kategorie Zeit. Sie leben im Hier und Jetzt, haben die Gabe, sich komplett in ihr Spiel oder eine andere Sache zu vertiefen.“ Zudem gibt sie an, dass Kinder das Verständnis für Zeit auch nicht unbedingt haben müssen, wenn sie die Uhr lesen können. Vergleichen kann man das mit Situationen, die auch Erwachsene kennen. Macht etwas Spaß, dann vergeht die Zeit viel schneller, als wenn man etwas macht, das man als eher langweilig empfindet.

Dann bildet sich das Zeitgefühl aus

Erst im Alter von sieben bis zehn Jahren entwickeln Kinder eine konkretere Vorstellung von Zeit und können zum Beispiel abschätzen, wie lange sie für einen bestimmten Weg brauchen. Jüngere Kinder können dies noch nicht. Diese wissen lediglich, dass sie länger brauchen, wenn der Weg auch länger ist. Dies kann man mit damit vergleichen, dass es für Kleinkinder automatisch so ist, dass größere Menschen älter sind, als diejenigen, die kleiner sind.

So kannst du deinem Kind bei der Entwicklung des Zeitgefühls helfen:

  • Führe feste Rituale ein. Das gibt deinem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität.
  • Verbinde Zeitangaben mit konkreten Handlungsabläufen. Beispiele hierfür sind die folgenden Sätze: „Noch zweimal schlafen, dann hat Papa Geburtstag.“ und „Wir schauen uns einen Film an und dann kommt Papa.“
  • Stelle für bestimmte Aktivitäten einen Wecker. Zum Beispiel beim Zähneputzen, damit das Kind lernt, wie lange es dies tun sollte.
  • Lobe dein Kind dafür, dass es eine bestimmte Aufgabe in der vorgegebenen Zeit geschafft hat.

Verständnis zeigen

Du solltest als Elternteil deinem Kind gegenüber immer Verständnis zeigen. Denn eine Bestrafung verunsichert das Kind und trübt die Stimmung. Billmann-Maheca sagt dazu: „Ein Kind will seine Eltern ja nicht ärgern, wenn es trödelt. Im Gegenteil: Manchmal ist das auch ein Symptom für ein tiefer liegendes Problem.“ So kann es zum Beispiel sein, dass sich das Kind krank fühlt oder nicht in den Kindergarten möchte, da es sich mit einem Freund gestritten hat. Zeige also Verständnis und behalte im Hinterkopf, dass dein Kind das Gefühl von Zeit nicht kennt.

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